Der 1D|I/O-Metamodell-Canvas

Der Canvas des Metamodells hilft ihnen, strukturiert ein konkretes Digitalisierungsszenario zu erarbeiten. Dabei wird durch die umsetzungsrelevanten Teilbereiche des Unternehmens durchgegangen und anhand des konkreten Szenarios die Veränderungen/Anforderungen im Unternehmen identifiziert, die ihnen dabei helfen, das Szenario zielgerichtet umzusetzen.

Der 1D|I/O-Metamodell-Canvas besteht aus drei Teilen.

Teil 1: Einwirkende Kräfte

Einwirkende Kräfte sind Einflüsse auf das Unternehmen, die nicht vom Unternehmen gesteuert werden können bzw. nur indirekt beeinflussbar sind. Dies ist u.a. die Entwicklung von digitalen Technologien, die geänderte Erwartung von Kunden an das Unternehmen (z.B. eine gesammtgesellschaftliche Entwicklung). Einwirkende Kräfte können aber auch passiv sein, gerade die Entwicklung von neuen digitalen Technologien ist zumeist am Beginn keine aktiv einwirkende Kraft die zu sofortigen Veränderungen führt, viel mehr können sich daraus Potenziale ergeben, die sie nutzen können. Daher betrachten wir auch neue digitale Technologien als einwirkende Kräfte.

Wir unterscheiden im Canvas folgende 4 primären Einflusskräfte auf ein Unternehmen:

1

Erwartungen der Kunden und andere externen Stakeholder durch die Digitalisierung

2

Digitale Technologien (Infrastrukturen, Anwendungen)

3

Neue und potenzielle (digitale) Geschäftsmodelle

4

Handlungen der Wettbewerber

Sie können dem Canvas natürlich auch eigene Einflusskräfte hinzufügen bzw. die vorgegeben komplett ignorieren. Einflusskräfte sind viel mehr Gründe etwas zu tun. Das können auch externe Stakeholder sein (z.B. Investoren), die wollen, dass das Unternehmen Kosten spart.

Teil 2: Intial ausgehend

Initial ausgehend sind Maßnahmen / Interaktionen, die sie ergreifend wollen, damit sie den einwirkenden Kräften begegnenen bzw. Potenziale nutzen.

Einwirkende Kräfte sind daher ihre Fähigkeiten als Unternehmen, die sie nach außen hin zeigen. Das sind im Canvas:

1

Produkte und Dienstleistungen

2

Interaktionen mit den Kunden über (digitale) Kanäle

3

Schnittstellen zum Bilden von Wertschöpfungsnetzwerken

Weiter können sonstige ausgehende Interaktionen definiert werden, z.B. könnten dies Maßnahmen sein, die sie und ihr Lieferant aufgrund einer bestimmten Situation ergreifen wollen. Auch hier gilt, dass sie hier eigene ausgehende Interaktionen aufnehmen können. Die vordefinierten dienen der Inspiration, damit nicht primäre Sachverhalte vergessen werden.

Teil 3: Ihr "digitales" Unternehmen

So bezeichnen wir den dritten Teil des Canvas. Das Herz. Ihr Unternehmen, das in der Lage sein muss, das Ausgehende zu produzieren bzw. fortlaufend zu liefern. Wir haben das Unternehmen in Teile geschnitten. Diese Teile sollen in der vorgegebenen Reihenfolge abgearbeitet werden, damit die Antworten aufeinander aufbauen können und somit die Möglichkeit etwas Wichtiges zu vergessen, reduziert wird. Es gibt im Unternehmen auch Einflusskräfte die in der Digitalisierung besonders wichtig sind und von innen ausgehen, es sind die Erwartungen der Mitarbeiter an das Unternehmen (in Kultur, IT-Infrastruktur, usw.). Mitarbeiter die gestalterisch arbeiten müssen, wollen im Unternehmen anders mitwirken als ausführende Mitarbeiter. Wir müssen dem in der Betrachtung Aufmerksamkeit schenken. Das Feld trägt im Canvas auch die Nummer "0": Damit ist gemeint, dass die Erwartungen der Mitarbeiter ständig wirken und so wichtig sind, dass sie von vornherein mitgedacht werden sollen. Mitarbeiter steuern ihren Hanldungsspielraum und können dafür sorgen, dass sie im digitalen Zeitalter nicht mehr von der Stelle kommen. Die Erwartungen und Sorgen immer wieder abzufragen und sie in ihren Situationsbetrachtungen zu berücksichtigen, sehen wir als entscheidenden Erfolgsfaktor. Dafür muss ein Unternehmen feinfühlig für die Erwartungen der Mitarbeiter werden und sie tief involvieren, informieren und Vertrauen schenken.

Kurzbeschreibung, Durchlauf

Die folgende Abbildung zeigt einen typischen Durchlauf durch den Canvas beim Ausfüllen. Eingzeichnet sind zwei auslösende Gründe (die einwirkende Kräfte) und zwei ausgehende Interaktionen.

Kurze Durchlaufsbeschreibung: Füllen Sie ein konkretes Eingangsszenario aus, z.B. neu aufkommendes Geschäftsmodell mit geänderten Erwartungen der Kunden. Definieren Sie danach die Auswirkungen auf Ihr Geschäftsmodell und gleich darauf die Ausgabe: Mit welchem Ergebnis (ausgehende Interaktion) wollen Sie auf die Eingabe (einwirkende Kräfte) reagieren um das Geschäftsmodell zu erfüllen? Dann widmen Sie sich dem Unternehmen: Definieren Sie die Strategie, mit der Sie das Ziel erreichen wollen, definieren das Team bzw. die dazu notwendige Aufbauorganisation. Diese benötigt zum (fortlaufenden) Realisieren eine bestimmte moderne IT-Infrastruktur und neue digitale Technologien. Diese benötigen bestimmte Kompetenzen bzw. konkrete Rollen, damit das Ziel erreicht werden kann. Die Zusammenarbeit benötigt Kultur und Führung, definieren Sie Regeln und Rituale, sowie Messpunkte. Dann definieren Sie, wie sich das Szenario in die Standardabläufe für die Realisierung und den Betrieb der Lösung eingliedern. Die Erwartungen der Mitarbeiter wirken fortlaufend auf das Unternehmen ein und können im Canvas explizit erfasst werden, da diese sich ebenso auf die einzelnen Elemente auswirken.

Sie erhalten eine hochauflösende Version des Canvas jederzeit kostenfrei bei mir. Bitte kontaktieren Sie mich einfach hierzu.